Ab 2013 treten die Stiftung Bildung und Entwicklung (SBE) und
die Stiftung Umweltbildung Schweiz (SUB) sowie die Fachstelle Filme für
eine Welt unter dem neuen Namen éducation21 gemeinsam auf.
Der
Themenhorizont verbreitert sich - zu Globalem Lernen und Umweltbildung
kommen Gesundheit, Wirtschaft, Demokratie- und Menschenrechtslernen neu
hinzu - und weitet sich zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Die neue Stiftung wird ab 1. Januar 2013 die Anliegen der BNE im
Schweizer Bildungssystem bearbeiten und weiterentwickeln. Sie fokussiert
ihre Arbeit als nationales Kompetenzzentrum auf die Volksschule und die
Sekundarstufe II. Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen sowie
Beratungs- und Materialangebote fördern ein gemeinsames Verständnis von
BNE und die praxisgerechte Umsetzung im Schulalltag. Die Stiftung
éducation21 fördert und unterstützt die Integration von BNE in das
formale Bildungssystem der Schweiz. Sie ist auf nationaler,
sprachregionaler, kantonaler und schulischer Ebene aktiv.
Quelle: éducation21
^^^ Nach oben
.... bietet einnen Überblick zu Berichten über Nachhaltigkeit im Internet.... gehört als Aggregator zum Internet-Medien-Verlag «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.ch).... Unterstützung mit Zahlung ab 20 CHF auf Konto: Zürcher Kantonalbank / Guntram Rehsche / IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 (für Zahlungen aus Ausland auch BIC (SWIFT-Code) angeben: ZKBKCHZZ80A) - Danke!
Freitag, 19. Oktober 2012
Mittwoch, 17. Oktober 2012
Bodenverluste als grosses Problem
Die Welt unterschätzt ein gewaltiges Problem: Die Bevölkerung steigt,
aber wir verlieren enorme Mengen an Boden. Höchste Zeit zu handeln, sagt
Ex-Minister Klaus Töpfer. Denn: «Boden ist eine nicht erneuerbare Ressource, von der wir jährlich etwa
drei Tonnen pro Kopf verlieren – also mehr als zwanzig Milliarden Tonnen
weltweit.» (hier geht's zum Original: Zeit 17.10.)
Dienstag, 16. Oktober 2012
«Schweiz gut geeignet für Solarenergie»
Der
Berner Solarpionier und Professor Urs Muntwyler beurteilt die
Energiestrategie des Bundesrats kritisch. Auch an den Solarenergieplänen
des Stromversorgers BKW lässt er kein gutes Haar. Der Konzern sei zu
staatsgläubig (hier geht's zum Original: Berner Zeitung 16.10.2012).
Von weit her zur besseren Ökobilanz
Warentransporte über viele tausend Kilometer sind nicht
zwangsläufig umweltbelastetender als deutlich kürzere Wege. Viele
Faktoren spielen bei der Ökobilanz eine Rolle, etwa der Wasserverbrauch
oder eine umweltschonende Produktion (hier geht's zum Original: FT Deutschland 17. Oktober 2012).
Mittwoch, 10. Oktober 2012
Vegi essen und abnehmen
Wer abnehmen möchte, muss nicht hungern, Appetitzügler schlucken oder
Kalorien zählen. Eine gesunde vegetarische oder vegane Ernährung hat
das Potential, überschüssige Pfunde purzeln zu lassen.
Fast jeder hat schon mal eine Diät hinter sich und weiß, wie mühsam das sein kann. Gerade Crash-Diäten führen selten zum gewünschten langfristigen Erfolg, sondern eher zu einem Jo-Jo-Effekt. Experten raten deshalb zu einer dauerhaften Ernährungsumstellung. Eine vegetarische Ernährung bietet hier einige Vorteile. Vegetarier haben im Vergleich zu Mischköstlern ein durchschnittlich niedrigeres Körpergewicht und einen niedrigeren BMI. Übergewicht und Adipositas kommen bei Vegetariern, insbesondere bei vegan lebenden Menschen, nur selten vor. (1)
Laut der aktuellen „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS) des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland etwa zwei Drittel der Männer und mehr als die Hälfte der Frauen übergewichtig. „Die Ursache von Übergewicht liegt oft in einer Fehlernährung, die zu reich an Nahrungsenergie, tierischen Fetten und Eiweißen sowie isolierten Kohlenhydraten ist und der es an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen mangelt“, sagt Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Claus Leitzmann: „Zu den ungünstigen Produkten zählen Wurst, Käse und andere fette Molkereiprodukte sowie Gebäck aus Weißmehl mit viel Zucker.“
Um abzunehmen und dauerhaft schlank zu bleiben, sind deshalb vor allem Lebensmittel mit geringem Kaloriengehalt und vielen Ballaststoffen von Vorteil. Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Salate bringen den Stoffwechsel in Schwung und halten lange satt. Vegetarier greifen oft automatisch zu diesen Nahrungsmitteln und haben deshalb im Durchschnitt seltener Übergewicht als Nicht-Vegetarier. Hundert Gramm Wurst enthalten beispielsweise etwa 20 Mal mehr Kalorien als 100 Gramm Tomaten, aber nur genau so viel Kalzium und Magnesium. Pflanzliche Lebensmittel liefern bei gleicher Menge also oft genauso viele Nährstoffe, aber deutlich weniger Kalorien.
Anders als bei einer Diät kann man mit der vegetarischen Ernährung auch weiterhin genießen und dabei trotzdem schlank werden. „Die vegetarische Küche ist unglaublich vielfältig, besonders in den letzten Jahren hat sich das Angebot in Restaurants aber auch in Supermärkten stark vergrößert“, so VEBU-Geschäftsführer Sebastian Zösch. „Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine vegetarische Ernährung als Dauerkost.“
„Eine pflanzenbetonte Ernährung ist das Beste, was man für seinen Körper tun kann. Sowohl um überschüssiges Gewicht zu verlieren, sein Wunschgewicht zu halten oder Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen oder Bluthochdruck vorzubeugen“, sagt Prof. Dr. Claus Leitzmann, ehemaliger Leiter des Instituts für Ernährungswissenschaft an der Universität Gießen. Leitzmann: „Es ist bekannt, dass Vegetarier selten übergewichtig sind und deutlich seltener an den weit verbreiteten Wohlstandskrankheiten leiden.“
(1) Leitzmann, C.; Keller, M.: Vegetarische Ernährung. S. 110. 2. Aufl. 2010
Weitere Informationen auf www.vebu.de
^^^ Nach oben
Fast jeder hat schon mal eine Diät hinter sich und weiß, wie mühsam das sein kann. Gerade Crash-Diäten führen selten zum gewünschten langfristigen Erfolg, sondern eher zu einem Jo-Jo-Effekt. Experten raten deshalb zu einer dauerhaften Ernährungsumstellung. Eine vegetarische Ernährung bietet hier einige Vorteile. Vegetarier haben im Vergleich zu Mischköstlern ein durchschnittlich niedrigeres Körpergewicht und einen niedrigeren BMI. Übergewicht und Adipositas kommen bei Vegetariern, insbesondere bei vegan lebenden Menschen, nur selten vor. (1)
Laut der aktuellen „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS) des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland etwa zwei Drittel der Männer und mehr als die Hälfte der Frauen übergewichtig. „Die Ursache von Übergewicht liegt oft in einer Fehlernährung, die zu reich an Nahrungsenergie, tierischen Fetten und Eiweißen sowie isolierten Kohlenhydraten ist und der es an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen mangelt“, sagt Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Claus Leitzmann: „Zu den ungünstigen Produkten zählen Wurst, Käse und andere fette Molkereiprodukte sowie Gebäck aus Weißmehl mit viel Zucker.“
Um abzunehmen und dauerhaft schlank zu bleiben, sind deshalb vor allem Lebensmittel mit geringem Kaloriengehalt und vielen Ballaststoffen von Vorteil. Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Salate bringen den Stoffwechsel in Schwung und halten lange satt. Vegetarier greifen oft automatisch zu diesen Nahrungsmitteln und haben deshalb im Durchschnitt seltener Übergewicht als Nicht-Vegetarier. Hundert Gramm Wurst enthalten beispielsweise etwa 20 Mal mehr Kalorien als 100 Gramm Tomaten, aber nur genau so viel Kalzium und Magnesium. Pflanzliche Lebensmittel liefern bei gleicher Menge also oft genauso viele Nährstoffe, aber deutlich weniger Kalorien.
Anders als bei einer Diät kann man mit der vegetarischen Ernährung auch weiterhin genießen und dabei trotzdem schlank werden. „Die vegetarische Küche ist unglaublich vielfältig, besonders in den letzten Jahren hat sich das Angebot in Restaurants aber auch in Supermärkten stark vergrößert“, so VEBU-Geschäftsführer Sebastian Zösch. „Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine vegetarische Ernährung als Dauerkost.“
„Eine pflanzenbetonte Ernährung ist das Beste, was man für seinen Körper tun kann. Sowohl um überschüssiges Gewicht zu verlieren, sein Wunschgewicht zu halten oder Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen oder Bluthochdruck vorzubeugen“, sagt Prof. Dr. Claus Leitzmann, ehemaliger Leiter des Instituts für Ernährungswissenschaft an der Universität Gießen. Leitzmann: „Es ist bekannt, dass Vegetarier selten übergewichtig sind und deutlich seltener an den weit verbreiteten Wohlstandskrankheiten leiden.“
(1) Leitzmann, C.; Keller, M.: Vegetarische Ernährung. S. 110. 2. Aufl. 2010
Weitere Informationen auf www.vebu.de
^^^ Nach oben
Mittwoch, 3. Oktober 2012
Great Barrier Reef schrumpft
Das größte Riff der Welt, das Great Barrier
Reef vor der Küste Australiens, schrumpft dramatischer als bislang
angenommen. Allein seit 1985 ist mehr als die Hälfte der Korallen
verschwunden. Das berichten Wissenschaftler des Australian Institute of Marine Science (AIMS) im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences. Demnach ist die Korallendichte in diesem Zeitraum von 28 Prozent auf 13,8 Prozent gesunken.
Zu schaffen machen den Korallen vor allem schwere Stürme. Die Wissenschaftler machen sie für 48 Prozent der Verluste verantwortlich. Fast ebenso sehr belasten die sogenannten Dornenkronen-Seesterne das Riff, denen die Korallen als Nahrung dienen. Durch den erhöhten Nährstoffeintrag in die Weltmeere konnten sich die Seesterne in der Vergangenheit besonders gut vermehren. Für rund zehn Prozent des Korallenrückgangs machen die Forscher schließlich den Klimawandel verantwortlich. Die Versauerung der Ozeane und die erhöhten Wassertemperaturen führen zur sogenannten Korallenbleiche und hemmen das Wachstum des Riffs.
Stoppen ließe sich der Korallenschwund den Wissenschaftlern zufolge durch eine Eindämmung des Seestern-Befalls. Hierfür müsste vor allem der globale Nährstoffeintrag durch die düngeintensive Landwirtschaft sowie durch Abwässer drastisch reduziert werden. Dann, so die Forscher, hätten die Korallen auch eine Chance, sich an die veränderten Lebensbedingungen im Zuge des Klimawandels anzupassen.
Quelle: klimaretterinfo
^^^ Nach oben
Das Great Barrier Reef ist 2.300 Kilometer lang. (Foto: Nasa)
Zu schaffen machen den Korallen vor allem schwere Stürme. Die Wissenschaftler machen sie für 48 Prozent der Verluste verantwortlich. Fast ebenso sehr belasten die sogenannten Dornenkronen-Seesterne das Riff, denen die Korallen als Nahrung dienen. Durch den erhöhten Nährstoffeintrag in die Weltmeere konnten sich die Seesterne in der Vergangenheit besonders gut vermehren. Für rund zehn Prozent des Korallenrückgangs machen die Forscher schließlich den Klimawandel verantwortlich. Die Versauerung der Ozeane und die erhöhten Wassertemperaturen führen zur sogenannten Korallenbleiche und hemmen das Wachstum des Riffs.
Stoppen ließe sich der Korallenschwund den Wissenschaftlern zufolge durch eine Eindämmung des Seestern-Befalls. Hierfür müsste vor allem der globale Nährstoffeintrag durch die düngeintensive Landwirtschaft sowie durch Abwässer drastisch reduziert werden. Dann, so die Forscher, hätten die Korallen auch eine Chance, sich an die veränderten Lebensbedingungen im Zuge des Klimawandels anzupassen.
Quelle: klimaretterinfo
^^^ Nach oben
Dienstag, 2. Oktober 2012
Klimawandel kostet bereits enorm
Der Klimawandel kostet schon jetzt jährlich 400.000 Menschen
das Leben. Das geht aus einer Studie der spanischen
Nichtregierungsorganisation DARA und dem Climate Vulnerable Forum, einem
Zusammenschluss vom Klimawandel besonders betroffener Staaten hervor.
Auch für die Wirtschaft hat die Studie keine guten Nachrichten: Der
Klimawandel frisst schon jetzt im Jahr 1,6 Prozent der globalen
Wirtschaftsleistung - so die Meldung der Nachhaltigkeitsplattform klimaretterinfo.
Der Klimawandel kostet Menschenleben - nicht erst in ferner Zukunft, sondern bereits jetzt. Wie viel Leben Extremwetterereignisse, Hungersnöte durch Ernteeinbrüche und sich ausbreitende Krankheiten fordern, hat nun eine Studie der spanischen Nichtregierungsorganisation DARA und des Climate Vulnerable Forum, ein Zusammenschluss vom Klimawandel besonders betroffener Staaten, errechnet: 400.000 sollen es laut dem sogenannten Climate Vulnerability Monitor [1] jährlich sein. Zusätzliche 4,5 Millionen Todesfälle pro Jahr schreibt der Monitor darüber hinaus der Luftverschmutzung durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe zu. Macht jährlich: fünf Millionen Opfer. "Die Untätigkeit gegenüber dem Klimawandel kann schon jetzt als eine führende globale Todesursache angesehen werden", heißt es in der Studie. An der Hochrechnung waren mehr als 50 Wissenschaftler, Ökonomen und Politikexperten beteiligt.

Die Ärmsten sind besonders stark von den natürlichen Lebensbedingungen abhängig. (Foto: Nick Danziger/Oxfam)
Der Climate Vulnerability Monitor wurde 2010 zum ersten Mal erstellt und erscheint nun zum zweiten Mal. Er will die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels in Zahlen fassen und aufzeigen, welche Staaten ganz besonders vom Klimawandel betroffen sind. 184 Staaten hat der Monitor dafür unter die Lupe genommen und sie auf ihre Anfälligkeit in 34 Bereichen getestet. Das Ergebnis: Der Großteil der Opfer des Klimawandels, 98 Prozent, sind in Entwicklungsländern zu beklagen.
Die Zahl der potentiell vom Klimawandel Betroffenen ist gewaltig: Allein der Lebensraum von 250 Millionen Menschen weltweit ist durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht. 30 Millionen Menschen müssen sich auf gefährliche Extremwettersituationen einstellen. Fünf Millionen Menschen könnten ihr Zuhause durch die zunehmende Ausbreitung von Wüsten verlieren. Für den Fall, dass die Zahl der Betroffenen allein nicht ausreichend beeindruckt, hält der Monitor handfeste ökonomische Argumente bereit: Auch dem Wirtschaftswachstum tut der Klimawandel nicht gut. Der Studie zufolge dämpft er die globale Wirtschaftsleistung schon jetzt um 1,6 Prozent. Bis 2030 könnte sich dieser Wert gar auf 3,2 Prozent auswachsen. Das sind immerhin unvorstellbare 1,2 Billionen Dollar. In seinem berühmt gewordenen Stern-Report hatte der US-Ökonom Nicolas Stern bereits 2006 davor gewarnt, dass sich die Kosten des Klimawandels langfristig auf 20 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung erhöhen könnten.
Natürlich verteilen sich die Verluste nicht gleichmäßig über den Globus. In einigen der ärmsten Staaten belaufen sie sich bereits jetzt auf elf Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung. "Ein Grad Temperaturerhöhung bedeuten für uns zehn Prozent Einbußen im Agrarsektor", sagte Bangladeshs Regierungschefin Sheik Hasina. "Das macht vier Millionen Tonnen Getreide, deren Wert sich auf 2,5 Millionen Dollar beläuft. Das macht schon zwei Prozent unserer Wirtschaftsleistung aus." Hinzu kämen weitere Schäden und Verluste, die das Wachstum in dem armen Land dämpfen.
Der Klimawandel kostet Menschenleben - nicht erst in ferner Zukunft, sondern bereits jetzt. Wie viel Leben Extremwetterereignisse, Hungersnöte durch Ernteeinbrüche und sich ausbreitende Krankheiten fordern, hat nun eine Studie der spanischen Nichtregierungsorganisation DARA und des Climate Vulnerable Forum, ein Zusammenschluss vom Klimawandel besonders betroffener Staaten, errechnet: 400.000 sollen es laut dem sogenannten Climate Vulnerability Monitor [1] jährlich sein. Zusätzliche 4,5 Millionen Todesfälle pro Jahr schreibt der Monitor darüber hinaus der Luftverschmutzung durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe zu. Macht jährlich: fünf Millionen Opfer. "Die Untätigkeit gegenüber dem Klimawandel kann schon jetzt als eine führende globale Todesursache angesehen werden", heißt es in der Studie. An der Hochrechnung waren mehr als 50 Wissenschaftler, Ökonomen und Politikexperten beteiligt.

Die Ärmsten sind besonders stark von den natürlichen Lebensbedingungen abhängig. (Foto: Nick Danziger/Oxfam)
Der Climate Vulnerability Monitor wurde 2010 zum ersten Mal erstellt und erscheint nun zum zweiten Mal. Er will die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels in Zahlen fassen und aufzeigen, welche Staaten ganz besonders vom Klimawandel betroffen sind. 184 Staaten hat der Monitor dafür unter die Lupe genommen und sie auf ihre Anfälligkeit in 34 Bereichen getestet. Das Ergebnis: Der Großteil der Opfer des Klimawandels, 98 Prozent, sind in Entwicklungsländern zu beklagen.
Die Zahl der potentiell vom Klimawandel Betroffenen ist gewaltig: Allein der Lebensraum von 250 Millionen Menschen weltweit ist durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht. 30 Millionen Menschen müssen sich auf gefährliche Extremwettersituationen einstellen. Fünf Millionen Menschen könnten ihr Zuhause durch die zunehmende Ausbreitung von Wüsten verlieren. Für den Fall, dass die Zahl der Betroffenen allein nicht ausreichend beeindruckt, hält der Monitor handfeste ökonomische Argumente bereit: Auch dem Wirtschaftswachstum tut der Klimawandel nicht gut. Der Studie zufolge dämpft er die globale Wirtschaftsleistung schon jetzt um 1,6 Prozent. Bis 2030 könnte sich dieser Wert gar auf 3,2 Prozent auswachsen. Das sind immerhin unvorstellbare 1,2 Billionen Dollar. In seinem berühmt gewordenen Stern-Report hatte der US-Ökonom Nicolas Stern bereits 2006 davor gewarnt, dass sich die Kosten des Klimawandels langfristig auf 20 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung erhöhen könnten.
Natürlich verteilen sich die Verluste nicht gleichmäßig über den Globus. In einigen der ärmsten Staaten belaufen sie sich bereits jetzt auf elf Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung. "Ein Grad Temperaturerhöhung bedeuten für uns zehn Prozent Einbußen im Agrarsektor", sagte Bangladeshs Regierungschefin Sheik Hasina. "Das macht vier Millionen Tonnen Getreide, deren Wert sich auf 2,5 Millionen Dollar beläuft. Das macht schon zwei Prozent unserer Wirtschaftsleistung aus." Hinzu kämen weitere Schäden und Verluste, die das Wachstum in dem armen Land dämpfen.
Aber auch in Staaten wie den USA, in denen selbst die diesjährige Rekordhitze in den Medien nur selten auf den Klimawandel zurückgeführt wird [2],
wird der Klimawandel der Wirtschaft zu schaffen machen. Zwei Prozent
ihres Bruttoinlandsproduktes könnte das Land dann einbüßen. Absolut
gesehen wird China die größten Einbußen zu verzeichnen haben: Allein
hier könnten sich die Verluste in weniger als zwanzig Jahren auf 1,2
Billionen Dollar summieren. Angesichts dessen nehmen sich die Investitionen in den Klimaschutz
eher bescheiden aus. Je nach nachdem, wo die Staaten liegen und wie sehr
sie versuchen, dem Klimawandel Einhalt zu gebieten, kämen lediglich
Kosten zwischen 0,5 und 2 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes auf sie
zu.
Im Text verwendete Links:
Im Text verwendete Links:
Abonnieren
Posts (Atom)